Cap Arcona Gedenken: heute vor 75 Jahren - am 3. Mai 1945

Vor 75 Jahren, am 3. Mai 1945 gegen 14 Uhr wurden in der Lübecker Bucht Schiffe bombardiert. Es waren mehrere Schiffe, unter anderem ein Luxusdampfer, die „Cap Arcona“. Auf diesen Schiffen befanden sich Häftlinge aus Konzentrationslagern. Sie waren von Nationalsozialisten auf sogenannten „Todesmärschen“ durch Europa, das Deutsche Reich und zuletzt auf die Schiffe getrieben worden.

Tausende Menschen starben in den letzten Kriegstagen bei dieser Bombardierung durch britische Militärflugzeuge. An der Küstenlinie zwischen den Inseln Poel und Fehmarn befinden sich ihre Gräber. In fast jedem Küstenort wird dieser Toten gedacht. Der größte dieser Bestattungsorte befindet sich in Haffkrug. Weitere, an denen sich jährlich zum Gedenken versammelt wird, sind in Grevesmühlen und am Strand in Neustadt.

Wir wollen gedenken – mit einem Gebet:

Gott, wir beten für die Verstorbenen, die auf den Schiffen durch die Explosionen starben, die ertranken oder auch beim Erreichen des Ufers erschlagen oder erschossen wurden. 

Wir beten für ihre Familien, ihre Freundinnen und Freunde, die sie betrauern und vermissen.

Wir beten für Gerechtigkeit. Dafür, dass Menschen nicht wegen ihrer Religion, ihrer politischen Haltung, ihrer Gruppenzugehörigkeit, ihres Geschlechtes, ihrer Lebensweise, ihrer Leistungsfähigkeit gedemütigt, verfolgt, ihrer Freiheit beraubt, gequält oder umgebracht werden.

Barmherziger Gott, wir bitten, dass Menschen von Kriegen verschont werden, dass keine und keiner furchtbare Erlebnisse und Schreckensbilder, Grausamkeit und Tod verarbeiten muss.

Schenke unserer Welt Frieden. Amen

 

Stockelsdorf, 30.4.2020

Vikar Alexander Dietz und Pastorin Almuth Jürgensen,

Gedenkstättenbeauftragte des Kirchenkreises Ostholstein